Blendung und Bewertung des UGR-Werts

Unangenehme Blendwirkung ist einer der Parameter, die sich direkt auf den Benutzerkomfort auswirken. Sie führt zu Beschwerden, Irritationen und Unwohlsein.

Es kann zwischen direkter und indirekter Blendung unterschieden werden. Direkte Blendung entsteht durch die Lichtstrahlen, die direkt von der Leuchte, der Lichtquelle, auf das menschliche Auge fallen, während indirekte (reflektierende) Blendung durch das von verschiedenen Hindernissen (weiße Wände, Möbel usw.) reflektierte Licht entsteht. Direktblendung ist die Hauptursache des Unbehagens, die bei Leuchtdichtewerten über 700 cd/m^2 unangenehme Blendung verursacht. Die Beleuchtung sollte in Bezug auf den Arbeitsplatz so ausgewählt und installiert werden, dass der durch die Blendung verursachte Unbehaglichkeitszustand beseitigt wird.

Unangenehme Blendung ist ein Parameter, der direkt am Arbeitsplatz nicht präzise ausgewertet wird. Es ist nicht möglich, sie mit einem einzigen Messgerät zu messen. Der UGR-Parameter sollte in der Phase des Beleuchtungsentwurfs berücksichtigt werden.

Das Maß für die Blendung ist eine einheitliche Bewertung der UGR-Blendung, die die Anforderungen an Räume bestimmt, die in der Norm PN-EN 12464-1 enthalten sind. Die Norm definiert die Grade des UGR-Wertes als eine Folge von Werten, deren Grade merkliche Veränderungen der Blendung anzeigen.

Die Blendungsbewertung kann durch ein von der CIE entwickeltes Tabellenverfahren bestimmt werden, das auf einer Beispielberechnung beruht, bei der der an der Wand stehende Beobachter, der in Längs- und Querrichtung zur Achse der Leuchten im Raum schaut, berücksichtigt wird. Die Methode basiert auf einer grundlegenden Gleichung:

Wo:
Lb- Hintergrund-Leuchtdichte (cd/m2) 

L- Leuchtdichte der leuchtenden Teile jeder Leuchte zum Auge des Beobachters hin (cd/m2)

w - Winkel der lumineszierenden Teile jeder Leuchte am Auge des Beobachters (sr)

p - Guth-Positionsanzeiger für jede einzelne Leuchte, der sich auf die Position der Leuchte in Bezug auf die Sichtlinie.

Indikator p - bindet die gegenseitige Position der Lichtquellen, der Lichtumgebung und des Beobachters. Da dieser Indikator weder in der Literatur noch in den Normen in einer Weise angegeben ist, die seine praktische Anwendung erlaubt, wurde versucht, eine Methode zu seiner Bestimmung sowohl für Mess- als auch für Konstruktionszwecke zu entwickeln. Unter dem Begriff der Sehbehinderung versteht man die durch das auf den Beobachter einwirkende Licht hervorgerufene Empfindung, die durch die Intensität des direkt von der Lichtquelle und der Umgebung kommenden Lichts, aber auch durch die Position der Lichtquellen und die Position des Beobachters gekennzeichnet ist. Auf der Grundlage dieser Annahmen wird der Positionsindikator daher in lm/m2 das heißt lx.

Die grundlegenden Standardparameter, die bei der tabellarischen Methode verwendet werden, sind der sitzende und der stehende Beobachter. Die Sichthöhe vom Boden aus beträgt für den sitzenden Beobachter 1,2 m, während für den stehenden Beobachter der Abstand 1,8 m beträgt.

Darüber hinaus beträgt der Abstand zwischen den Leuchten S = 0,25m

Beispiel:

Raumlänge - 12 m

Raumbreite - 9m

Raumhöhe - 4 m

Die Standard-Oberflächenreflexionsfaktoren sind 70, 50, 20.

Berechnen wir H

H = h - p - Sichthöhe des Beobachters

p : Montageabstand der Leuchten von der Decke

h : Raumhöhe H= 4 - 0 - 1,2= 2,8 d.h. bei Kenntnis von H = 2,8 m berechnen wir den Tabellenindex für die Länge und Breite des Raumes x, y

Länge 12m/2,8m = 4,2 H

Breite 9m/2,8m = 3,2 H

Die berechneten Werte sind rot markiert Um die Position der x- und y-Koordinaten in Bezug auf den Beobachter, den Raum und die Leuchtenachsen zu bestimmen, ist es hilfreich, die Hilfszeichnungen zu konsultieren.



Bitte beachten Sie, dass der Beobachter immer in die Richtung y schaut. Wenn der Beobachter die Richtung ändert, ändern sich auch seine Koordinaten. In unserem Fall haben wir einen UGR-Wert von 28,4 für die Parallelachse und 22,8 für die Querachse.

Daher ist die tabellarische Methode bei der Bestimmung der Blendungsbewertung unter bestimmten Bedingungen hilfreich. Leider können sich diese Werte unter realen Bedingungen aufgrund der Art und Weise, wie die Leuchten installiert sind, und der Lage des Arbeitsplatzes erheblich ändern. Die beste Lösung ist daher, die Beleuchtung mit bereits festgelegten Arbeitsplätzen zu entwerfen, die es Ihnen ermöglichen, die Beleuchtung an die spezifischen Bedingungen in der Realität anzupassen.

Um den Blendeffekt zu vermeiden, kann der Konstrukteur nicht nur Lampen mit niedriger UGR verwenden, sondern diese auch fachgerecht installieren. Es ist auch zu bedenken, dass eine Lampe mit einem niedrigen UGR-Koeffizienten, die falsch montiert ist, ebenfalls den Blendeffekt am Arbeitsplatz verursacht.

Norbert Chrzanowski

Leiter der technischen Abteilung von LEDline®

Literatur
- PN-EN 12464-1 „Światło i oświetlenie”
- Centralny Instytut Ochrony Pracy – Państwowy Instytut Badawczy dr.inż. Agnieszka Wolska „Jak zmienia się olśnienie przykre przy różnym położeniu oka obserwatora?”
- CIE DS 021.1/E:2007 „Calculation and Presentation of the Standard CIE UGR Table for Indoor Lighting